CMD und Kiefergelenk: Diagnostik und Behandlung in der Wiehre
Kiefergelenkschmerzen, Kieferknacken, eine verspannte Kaumuskulatur oder nächtliches Zähneknirschen können auf eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) hinweisen. In unserer Praxis in der Wiehre klären wir die Ursache mit einer strukturierten Funktionsdiagnostik und behandeln je nach Befund mit einer Aufbissschiene, kieferorthopädisch und in Zusammenarbeit mit Physiotherapie, Osteopathie, Logopädie, HNO und Orthopädie. Ihre Ansprechpartnerin ist Dr. Nadia Hagar, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie seit 2010, die zwei zweijährige Curricula zur CMD abgeschlossen hat.
Was ist CMD?
CMD steht für craniomandibuläre Dysfunktion – ein Sammelbegriff für Funktionsstörungen der Kiefergelenke, der Kaumuskulatur und der damit verbundenen Strukturen. Kiefer, Kopf- und Nackenmuskulatur arbeiten eng zusammen; gerät dieses Zusammenspiel aus dem Gleichgewicht, können Beschwerden auch außerhalb des Mundes auftreten.
Mögliche Ursachen – häufig wirken mehrere zusammen:
- Zahnfehlstellungen oder ein ungünstiger Biss (zum Beispiel ein zu tiefer Biss) – mehr zur Zahnspange für Erwachsene
- Fehlende oder gekippte Zähne
- Zähneknirschen und Zähnepressen, oft in Belastungsphasen
- Unfallfolgen, zum Beispiel nach einem Schleudertrauma
- Haltung und Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
- Eine veränderte Bisslage nach Zahnersatz
Typische Beschwerden
Die folgenden Beschwerden können auf eine CMD hinweisen. Sie können aber auch andere Ursachen haben – deshalb gehört eine sorgfältige Abklärung dazu.
Kiefer und Zähne
- Schmerzen im Kiefergelenk, vor allem beim Kauen
- Knacken oder Reibegeräusche im Kiefergelenk
- Eingeschränkte Mundöffnung
- Zahnschmerzen ohne erkennbare zahnmedizinische Ursache
- Abgeriebene Zahnkanten oder empfindliche Zähne
Kopf, Nacken und Ohren
- Kopfschmerzen, häufig im Schläfenbereich
- Verspannungen in Nacken und Schultern, besonders morgens
- Ohrgeräusche, Ohrenschmerzen oder ein Druckgefühl im Ohr ohne Infekt
Knirschen und Pressen
- Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus)
- Zähnepressen tagsüber, oft unbewusst
- Morgens verspannte oder schmerzende Kaumuskulatur
Weil diese Beschwerden nicht immer nach einem Kieferproblem aussehen, kommen viele Patientinnen und Patienten erst über Hausarzt, HNO oder Physiotherapie zu uns. Wir klären, ob und wie stark das Kiefersystem beteiligt ist.
Diagnostik: So finden wir die Ursache
Klinische Funktionsanalyse
- Beweglichkeit des Unterkiefers: Mundöffnung und Seitwärtsbewegungen
- Gelenkgeräusche: Knacken, Knirschen oder Reiben
- Muskulatur: Tastbefund der Kau-, Schläfen- und Nackenmuskulatur
- Zahnkontakte: wo und wie die Zähne aufeinandertreffen
Bildgebung bei Bedarf
Bei Bedarf ergänzen wir die Untersuchung um ein Panoramaschichtbild (OPG). Eine weiterführende Bildgebung der Kiefergelenke – etwa eine MRT – erfolgt auf Überweisung in einer radiologischen Praxis.
Behandlung bei CMD
Aufbissschiene
Die Aufbissschiene (Okklusionsschiene) wird nach einem digitalen Scan individuell gefertigt und meist nachts getragen. Sie schützt die Zähne beim Knirschen vor Abrieb und kann die Kaumuskulatur und die Kiefergelenke entlasten. Wie schnell sich Beschwerden bessern, ist individuell; bei den Kontrollterminen passen wir die Schiene an.
Kieferorthopädische Korrektur
Ist eine Zahnfehlstellung oder ein ungünstiger Biss beteiligt, kann eine kieferorthopädische Behandlung den Biss langfristig stabilisieren – mit fester Zahnspange, mit Alignern wie Invisalign oder mit der Lingualtechnik. In der Regel wird die Funktion zuerst mit der Schiene beruhigt.
Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen
Bei Bedarf arbeiten wir mit Physiotherapie und Osteopathie (Muskulatur, Haltung), Logopädie (Zungenlage, Schluckmuster), HNO und Orthopädie zusammen. Mitbehandelnde erhalten einen Befundbericht mit unserer Therapieempfehlung.
Ablauf der CMD-Behandlung in der Wiehre
- Erstgespräch und Anamnese: Wir nehmen uns Zeit für Ihre Beschwerden und Ihre bisherige Krankengeschichte.
- Funktionsanalyse: klinische Untersuchung, bei Bedarf Röntgenbild (OPG) und digitaler Scan.
- Befundbesprechung: Wir erklären die Ergebnisse und besprechen die Behandlungsmöglichkeiten; Sie erhalten einen Heil- und Kostenplan.
- Therapie: Aufbissschiene, bei Bedarf kieferorthopädische Behandlung und Mitbehandlung durch andere Fachrichtungen.
- Kontrollen: Wir prüfen den Verlauf und passen die Behandlung an.
Ganzheitliche Kieferorthopädie bei Funktionsstörungen
Funktionsstörungen beginnen oft früh. Atmen Kinder dauerhaft durch den Mund statt durch die Nase, prüfen wir Nebenbefunde in Nasenhöhle und Rachen und überweisen bei Bedarf an HNO-Spezialisten in unserem Netzwerk. Eine falsche Zungenlage oder ein fehlerhaftes Schluckmuster kann zu Zahnfehlstellungen bis hin zum offenen Biss führen; diese Funktionsstörungen behandeln wir gemeinsam mit erfahrenen Logopädinnen und Logopäden. Auch Haltung, Halswirbelsäule oder ein Beckenschiefstand können eine Rolle spielen – dann beziehen wir Orthopädie und Physiotherapie in die Behandlung ein.
Was kostet eine CMD-Behandlung?
Die Kosten hängen davon ab, welche Bausteine in Ihrem Fall nötig sind. Eine Aufbissschiene (Okklusionsschiene) ist bei entsprechender Indikation in der Regel eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse. Die instrumentelle Funktionsanalyse und Funktionstherapie gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und werden privat nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) abgerechnet; private Krankenversicherungen und Beihilfe erstatten sie in der Regel nach Tarif. Eine kieferorthopädische Behandlung zur dauerhaften Bisskorrektur ist bei Erwachsenen eine Privatleistung – die typischen Spannen finden Sie auf der Seite Zahnspange für Erwachsene. Vor jeder Behandlung erhalten Sie einen schriftlichen Heil- und Kostenplan, den Sie vorab bei Ihrer Versicherung einreichen können.
Für Überweiser: Zahnärzte, Physiotherapie, HNO und Orthopädie
Wir behandeln CMD-Patientinnen und -Patienten auch auf Überweisung und nehmen Zuweisungen von Hauszahnärzten, Physiotherapeuten, Osteopathen, HNO-Ärzten und Orthopäden gern entgegen. Nach der Funktionsanalyse erhalten Sie einen Befundbericht mit Therapieempfehlung; auf Wunsch kommunizieren wir verschlüsselt über KIM. Für die Terminvergabe genügt ein Anruf in der Wiehre unter 0761 2163 7777 oder eine kurze Nachricht an info@kfo-wiehre.de.
Ihre Ansprechpartnerin: Dr. Nadia Hagar
Dr. Nadia Hagar ist Fachzahnärztin für Kieferorthopädie seit 2010 und leitet die Praxis in der Wiehre. Sie hat zwei zweijährige Curricula zur craniomandibulären Dysfunktion abgeschlossen; CMD-Diagnostik und -Therapie gehören zu ihren Schwerpunkten.
So finden Sie uns
hagar.kollegen – Kieferorthopädie Wiehre
Talstraße 4, 79102 Freiburg, gegenüber der Johanneskirche
Telefon 0761 2163 7777
Die Straßenbahn-Haltestelle Johanneskirche liegt etwa 2 Gehminuten entfernt. Sprechzeiten, Anfahrt und Parken finden Sie unter Kieferorthopädie in der Wiehre. Termine buchen Sie online oder telefonisch.
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